Freitag, 27. April 2012

Vier Tage Dreck, Gestank und Laerm, jetzt is genug

Naja, die vier Tage werden doch recht lang. Viel ist nicht zu schildern. Wir besuchen die verschiedenen Sehenswuerdigkeiten (Durbar Square [Patan], Bhaktapur, Freak Street, Swayambhunath) die ganz nett sind, uns aber einfach nicht mehr vom Hocker reissen. Man gewoehnt sich einfach an die Atmosphaere und die Architektur. An den Laerm und die vielen Menschen bzw. Abgase diverser Verkehrsmittel, gewoehnt man sich nicht, zumindest nicht so schnell. OK, so schlimm wie das jetzt klingt ist es dann doch nicht, aber wir sind einfach von den Eindruecken uebersaettigt und muede.  Lustig ist auf jeden Fall, dass uns Yves und Anna eigentlich jeden Tag ueber den Weg laufen :). Am beeindruckensten ist, dass man auch in dieser Hoellenstadt (schon besser als Lima, aber mind. genauso anstrengend wie Delhi) ein glueckliches Leben fuehren kann. Immer wieder treffen wir nette und umgaengliche Menschen und freuen uns ueber die netten Gespraeche, ob im Hotel, im Taxi, beim Wirten oder beim Teppichkauf. Was es jetzt noch an Kathmandu zu bemaengeln ist, sind die Eintrittspreise fuer jeden Schritt den man hier taetigt. Fuer ganze Stadtteile muss man mittlerweile Eintritt oder was auch immer bezahlen. Fuer Baktabur waerens sogar 1100 Rs. gewesen, da schleichen wir uns aber Rein und wieder Raus, hoechst illegal!!!! Aber wir zahlen ja eh schon Visa, Permit fuer den Treck und ausserdem kostet das Essen, Trinken und so mancher Tempel dort ja dann auch noch was. Man aergert sich dann einfach schon.

Wir freuen uns auf jeden Fall schon sehr auf Daheim und unsere Leute!!!!!!

bis bald dann,


David und Jakob

Mittwoch, 25. April 2012

Chitwan und zurueck nach Kathmandu

Um 7:00 stehen wir bereit zur Abfahrt vor dem Reisebuero in Pokhara. Jakob spuert seinen Bauch schon bedenklich grummeln und die erste Uebelkeit nahen. Nichtsdestotrotz wird ordentlich Gebaeck eingekauft, kost jo nix! Als die ersten Schlagloecher den Bus durchschuetteln wird das Speibsackel ausgepackt. Dieses erweist sich jedoch als loechrich und somit ergiesst sich ein guter Teil des Inhalts ueber T-shirt und Hose. Dank netten Mitreisenden und den Wasserflaschen kann mit Hilfe von Feuchttuechern und Wasser der groebste Schmutz beseitigt werden. Das T-shirt verlaesst zum Wohle aller durch das Fenster den Bus. Nach sechs Stunden anstrengenster Busfahrt schlaegt uns beim verlassen die brutale Wand von 38 Grad und einer deftigen Luftfeuchte entgegen und zwingt uns beinahe in die Knie. Gottseidank gehts sofort im Jeep zur sehr angenehmen Lodge. Jakob kuriert sich mit Cola, Musik und Schlaf im Zimmer aus. Waehrenddessen besichtigt David das Elefantengehege, das Chitwan-NP-Museum und sieht sich zum ersten mal den Sonnenuntergang am nahen Fluss an. Schlafen unter Fliegennetzen und bei unabsichtlich weit geoeffneten Fenstern, was uns fuer die naechsten Tage ein Gewimmel an Muecken im Zimmer beschert.

Nach dem Fruehstueck gehts mit dem Kanu flussabwaerts, vorbei an Wassertulpen und immerhin einem Krokodil. Der im Programm gross angekuendigte "Jungle-walk" entpuppt sich als halbstuendiges zuerueckschlender zum Elefantengehege (Obwohl wir Tage spaeter erfahren, dass dabei sogar ein Nashorn und anderes imposantes Getier gesichtet worden sei). Beim Elefantengehege werden die Elefantenbabys fotografiert und gestreichelt. Die Haut fuehlt sich echt arg an. Und selbst die ganz Jungen, die noch etwas tollpatschig auf den Fuessen wirken, sind aus der Naehe betrachtet schon gamz schoen fette Viechetr. Kurz vor Mittag gehts dann zum Elefantbath. Dies ist der insgeheime Hoehepunkt im Programm. Am Fluss stehen einfach ein paar Elefanten mit Fuehrern. Auf den nackten Elefantenruecken setzt man sich dann, waehrend er niederkauert, hinauf. Wenn er sich dann erhebt, entschwindet auf einmal der Boden in schwindelige Hoehen und man fuehlt wie die Muskeln sich unter der zentimeterdicken und rauhen Haut bewegen. Das ist schon ein beeindruckendes Gefuehl. Der Elefant trottet dann ins Wasser und besprueht mit dem Ruessel den fuer ihn wahrscheinlich kaum spuerbaren Extraballast. Schlussendlich wird er in den Fluss geworfen. Das macht richtig Spass und vor allem sind die Tiere einfach nur genial. Dass die Mittagshitze abgekuehlt wird, ist da fast nur noch Nebeneffekt. (Ein Elefant kostete uebrigens "nur" 40000 Euro! - zum Abschluss vom Studium dann vielleicht eh genau das richtige! ;) ) Jetzt gibts erst mal Siest bis um halb Drei dann gehts auf zur Elefantesafari. Hier sitzt man nun auf einer Plattform auf einem Elfantenruecken wird gemaechlich durch den Djungel getragen. Dabei sehen wir Affen, einige bunte Voegel und Schmetterlinge und als Hoehpunkt ein wildes Nashorn. Mit den Elefanten kommt man sogar ziemlich nahe an dieses mit Panzerplatten bedeckte Tier heran. Es folgt noch Abchillen am Flussufer bei Sonnenuntergang.

Heute zum letzten Mal vor fuenf aufgestanden. Um halb Sechs sitzen wir im Jeep und brausen Richtung Djungel. Die Fahrt ist zwar dank Sonnenaufgang ueber Feldern echt nett, und auch der Djungel ist richtig imposant, nur leider bleiben diesmal, bis auf Wild die Tiersichtungen aus. Pech gehabt, es ist trotzdem ein netter Ausflug. Der restliche Tag wird einem erneuten Elfantenbad, abhaengen in der Mittagshitze und herumbummeln im Ort verbracht.

Auch der naechste Tag ist schnell erzaehlt. Busfahren ist angesagt. Die von einem Mitarbeiter der Lodge mit drei Stunden vorhergesagte Fahrzeit erstreckt sich von 9:00 bis 17:00 - Naja fast, nepalesiche Zeitrechnung halt! Kurzer Bummel durch Thamel, dann brausen wir mit einem Taxi in die Goshen Lodge, gleich in der Naehe von Patan, ein gemuetliches Hotel um wenig Geld.

Heute wird dann Patan besichtigt, auch hier muss man jetzt Geld hinblaettern. Ja Kathmandu ist einfach schon eine richtige Touristenstadt, schade. Immerhin treffen wir wieder einemal (wie gesagt, wir wundern uns nicht mehr) Yves und Anna. Von denen holen wir uns dann noch ein paar nuetzliche Tipps was wir uns anschauen koennen und plaudern bei Tee und Keksen. Sonst werden Mitbringsel gekauft und Tag in German Bakerys hinuebergebogen. Ach ja im Tibetan Camp waren wir auch und haben beim Knuepfen von Teppichen zugesehen. (Papa, wie funktioniert das mit dem Teppich im Handgepaeck?) Sonst nicht viel zu berichten. Drei Tage muessen noch in Kathmandu (bzw. Umgebung, da schwebt uns schon was vor) verbracht werden.

Liebe Gruesse an Alle

David und Jakob




Freitag, 20. April 2012

Von viel Auf und Ab und schoenen Bergen

(Ja Papa ich weiss, der Titel, Komentare kannst dir sparen!!! ;) )

So jetzt zum eigentlichen Blog. Nach dem gemuetlichen Tag in Tatopani, noch ein langer Abend mit zwei lustigen Italienern. Die geben immer Schmutz in ihre Zigaretten, die hier auf 1000m auch schon wieder viel schneller abbrennen als 3000m hoeher.

Trotz des langen Beisammensitzens, schaffen wir es am naechsten Tag puenktlich aus den Federn zu kommen und machen uns erstmal ohne Fruehstueck auf den Weg nach Gorepani. Ca. um halb 9, eine Stunde und einige Hoehenmeter nach unserem Start, fuellen wir uns erst mal den Magen mit scharfer Nudelsuppe - das gibt Kraft. Weiter gehts staetig bergann, manchmal seichter, manchmal ganz schoen steil, aber Mittlerweile sind wir die Ruecksaecke ja gewoehnt. Morgens noch wolkenloses Wetter, und wir koennen die Anapurna South ziemlich gut sehen, das geht aber nur bis ca. Mittags, dann gibts vermehrt Wolken, vorallem haengen sie in den Bergen und die Gipfel verschwinden. Das Tal ist eigentlich wunderschoen, langsam wirds von tropisch wieder zu eher subtropisch, die feinen Nuancen sind erst nach ca. 2 Wochen, die man in dieser Gegend unterwegs ist deutlich wahrnehmbar. Wir ueberholen leichten Fusses ;) die zwei Althippies von Vorgestern, die sich sehr langsam, aber staetig hinaufarbeiten. Bei der Mittagsrast, werden wir endlich wieder Mal einige Luftballoons los, die nicht nur fuer Freuden, sondern auch fuer so manche Traene und so manches Geschrei sorgen. (boeser grosser Bruder). Der Familienvater nimmts gelassen und freut sich ueber Gaeste. Um ca. 16:00 erreichen wir endlich Gorepani, keine Ahnung wieviele Stufen wir unter uns gelassen haben. Wir lodgen in der heimilgen Hungry High Lodge, Zimmer genau ueber dem gusseisernen Ofen, mit Waermezufuhr durch das Ofenrohr inklusive. 

Am naechsten Tag, heissts wieder mal auf um 4:00 Uhr. Auch diesmal eigentlich kein Problem. Beim Aufstieg mit den Stirnlampen werden wieder Horden an Touristen ueberholt. Wir sind die ersten am Gipfel, bereits um 5:00 treffen wir ein. DAs bedeutet aber nicht, dass das auch so bleibt. Eine halbe Stunde spaeter gibts eher Garand Canyon Sonnenaufgang Feeling. Naja, wir finden einen etwas abgelegen Platz zwischen einer Menge Gebetsfahnen, hier laessts sichs aushalten. Das was sich uns jetzt bietet, entschaedigt sowieso fuer die Massen, ausserdem, wenn man nur in eine Richtung schaut und sich ganz fest konzentriert kommt man sich fast schon alleine vor. Die Gipfel des Dhaulagiri werden langsam in Sonnenlicht getaucht, waehrend sich am Annapurna die Sonnenstrahlen im aufgewirbelten Schnee fangen.Kurz, Atemberaubend, auch wenn uns das geniesen mit athritisartig geschwollenen Zeigefingergelenken etwas schwerer faellt als dem Durchschnitsivan. (Ausbeute: insgesamt ca. 400 Fotos.) Und das wird nicht besser, als wir beim Abstieg den wirklich magischen Platz (fuers naechste Mal schon abgespeichert!!!) finden. Glech ein paar Meter ab vom Hauptpfad sitzt man zwischen bluehenden Rododendrenbaeumen und hat sonst die selbe Sicht wie 100m hoeher zwischen Menschenleibern. Also nochmal WUNDERSCHOEN, mit ganz vielen !!!!!!!!!!!!!!!!!! Der restliche Tag wird mit Faulenzen zugebracht.

Als alle anderen an diesem Tag (Donnerstag) aufstehen, um das Wettrennen auf den Poon Hill zu beginnen, versuchen wir uns noch etwas auszupennen, was bei dem Getrampel, Geschrei und den duennen Waenden etwas schwierig ist. Nach einem kraeftigen Poridge-Fruehstueck gehts dann Abwaerts. Eigentlich sind die insgesamt 1950 hm gar nicht so schlimm, nur die endlos langen und steilen Stufen von Ulleri hinunter verlangen den Schenkeln einiges ab. Um 14:45 erreichen wir dann unseren Endpunkt, Naya Pul. Alles in Allem, sind wir jetzt 17 Tage am Trek unterwegs gewesen, es war echt phantastisch, trotzdem sind wir froh, nicht mehr jeden tag mit ca. 14 - 15 kg am Buckel marschieren zu muessen. Im local Bus gehts eher holprig und langsam nach Pokhara. Dort steigen wir im little Tibetan, einem schoenen Hotel mit Garten ab. Der Lakeside Choke ist voller Einheimischer, Trekker und Hippies (oder solchen, die tun als ob :) ). Hier treffen wir ueberraschend den Schweizer Yves und seine Freundin, die dann nach Tatopani doch noch ueber den Poon Hill gegangen sind. Ca. 200m weiter treffen wir dann auch noch unsere deutschen Freunde wieder. Schoen langsam, wirds ja zur lieben Gewohnheit, "alte" Bekannte wiederzutreffen. Hier bestaetigt sich dann unsere Entscheidung von Gorepani gleich nach Pokhara zu duesen, denn am Samstag gehts dann recht guenstig (Beni hat als Halblocal gute Conections) nach Chitwan - einen kleinen Dschungelnationalpark. 

Heute wird erst mal der Barbier aufgesucht. Runter mit dem Trekkerbart und Ueberhaupt ein einstuendiges Programm mit Haarschnitt, Gesichts- und Nackenmassage und weil wir heute die Spendierhosen anhaben, goennen wir uns noch eine halbstuendige Rueckenmassage. Zwei foellig veraenderte Gesichter starren uns aus dem Spiegel erstaunt entgegen :). Mit den Deutschen wird der See gleich unterhalb von Pokhara mit dem Boot erkundet. Zu Mittag stehen wir dann auf einer grossen Gompa auf der anderen seite des Sees und geniessen die Aussicht ueber Pokhara. Nachmittags besichtigen wir dann noch zu zweit das International Mountain Museum - echt genial, wenn man an Bergsteigen interessiert ist. (Auch manchmal lustig, da aus Geldmangel grandios improvisiert wird. Nur soviel dazu: Bilder der Berge aus Google-Earth, ein Yeti aus Wischmobs und ein ausgestopfter Truthahn, der daliegt wie gerade erst erlegt.) Uebrigens, 4 der 14 Achttausender sind von Oesterreichern erstbestiegen worden, also quasi von uns beiden (Nationalstolz bricht doch hin und wieder durch - uebel ist das!! :) ).

Meldung wahrscheinlich erst nach Chitwan, wenn wir uns dann von den Deutschen das andere Kathmandu zeigen lassen - wir sind echt schon gespannt!!!!

Liebe Gruesse und bis bald,

J & D 

Montag, 16. April 2012

Schon wieder essen und chillen

Schoen langsam koennte man meinen diese "Reise" entwickelt sich zu einem All-Inclusive-Cluburlaub. Hier warum:

Also vor 2 Tagen sind wir dann von Lete wegen des eher trueben Wetters dann nicht ganz so frueh wie geplant aufgebrochen. Die Bergsicht geht gegen Null, dicke Wolken haengen tief im Tal. dafuer ist der Pfad umso besser, auch wegen der mangelnden Hitze. Immer schoen die Strasse meidend, schlaengelt sich der Weg durch nun djungelige Gegend. Echt ein Wahnsinn, wie schnell sich hier die Landschaft veraendert. Kurz werden wir von 2 strolchig aussehnden, aber im Grunde ganz netten und interessierten Nepalesen begleitet, die wir fast nicht mehr los werden. Sogar zum Tee, der eigentlich als Vorwand geplant war um sie los zu werden, begleiten sie uns. Erst als wir beim Polizeicheckpoint unser Permit stempeln lassen muessen, koennen wir uns verabschieden. Weiter durch Nieselregen, bis das Wetter gegen Mittag besser wird. Puenktlich nach der Pause in einem verschlafenen (ja sogar die Wirtin muessen wir aufwecken um etwas essbares zu bekommen) kleinen Dorf, kommt die Sonne hervor und begleitet uns bis wir Tatopani erreichen. Ca. eine Stunde vor unserem Ziel winken uns zwei schrullige Althippies in ein gemuetliches Restaurant mit kleinen Katzen und vielen spielenden Kindern. Wir unterhalten uns nett, jedoch etwas langsam (der Knaster hat ueber die Jahre Spuren an den Beiden hinterlassen :) ) ueber gemuetliche Plaetze die wir in Pokhara und Umgebung noch besuchen koennen, wo man den ganzen Tag sitzen und schauen kann. In Tatopani treffen wir dann wieder auf unsere deutschen Freunde die wie wir im Dhaulagiri Lodge untergekommen sind. Es wird noch ein lustiger Abend mit allerlei guten Getraenken und ebensoguten Gespraechen.

Heute ist grosser Wasch- und Rasttag angesagt. Den Vormittag verbringen wir damit unsere bereits etwas stinkende Waesche zu waschen. Dann machen wir einen kleinen Ausflug durch das Dorf wobei wir alle 10 min. stehen bleiben und uns einen Snack genehmigen. Nachdem wir zum dritten Mal einkehren, kommen wir uns fast schon etwas dekatent vor. Am Nachmittag schlendern wir dann zu den heissen Quellen am Fusse von Tatopani und weichen uns im fast 45 Grad heissen Wasser ein. Dabei plaudern wir lange mit einem Amerikaner, der mittlerweile seit ca. 8 Monaten (5. Sept. Abreisetag) in der Welt herumbummelt. Echt gemuetlich hier. Um es mit den Worten des Amies zu sagen: "3 beautiful ladies would be nice... fuck it, 30 ladies - if you dream, dream big!!! :)"

So das wars erst mal, jetzt noch ein gemuetlicher Abend vor dem anstrengenden Aufstieg nach Gorepani morgen.

Liebe Gruesse nach Hause, D & J 

Samstag, 14. April 2012

Kagbeni und an Jomsom vorbei

In der Frueh entscheiden wir uns noch einen Tag hier zu bleiben und uns die Gegend ein bisschen genauer anzusehen. Gemeinsam mit den Deutschen erklimmen wir, auf Anraten des Lodgebesitzers einen Aussichtsberg gegenueber des Dorfes. Hinauf gehts um die 700 hm. Die ersten Meter gehts etwas muehsam ueber broeckelige Schrofen, dann auf einem angenehmen Pfad hinauf zu einem anscheinend mit unendlicher Muehsal errichtetem Haeuschen. Von hier blickt man auf Daulhagiri, Nilgiri, den Thorong La und bis nach Upper Mustang oder sogar Tibet. Nun fuerchten wir uns vor dem muehsamen Abstieg - eine halbe Stunde spaeter stehen wir mit Freudentraenen in den Augen am Ausgangspunkt und wissen: Die beste Schotterabfahrt unseres bisherigen Lebens!! Nach einem koestlichen chokolate cake und Kaffee gehts zum bisher verbotenen Dorf Tiri in bereits Upper Mustang. Der Wind setzt uns zu und wir finden uns bald in einem gemuetlichen Teahouse wieder, wo wir mit einem Nepalesen, der 19 jahre in Japan gearbeitet hat plaudern. Es stellt sich hier zum wiederholten Mal als sehr angenehm herraus mit zwei Nepali-sprechenden Leuten unterwegs zu sein, die auch die Kultur schon ganz gut kennen.

Am naechsten Morgen frueh raus. Wir gehen ueber Lubra nach Jomsom. Der Sidetrack ist angenehm, weil hier keine Jeeps fahren. Das Doerfchen Lubra selbst ist sehr idyllisch und eine Frau serviert uns Tee auf ihrem Hausdach (alte Frau geht vorbei und ruft hinein: Da sitzen Leute auf deinem Dach - Nepali uebersetzt von Beni) Der weitere Weg nach Jomsom wird sehr unagenehm da uns jetzt der Wind mit ca. 80 km/h den Sand um die Ohren fetzt. In Jomsom angekommen wechseln wir Geld und schauen das wir noch nach Marpha kommen, bevor uns das donnernde blitzende Unwetter erreicht. Es wir knapp, aber kurz bevor es so richtig anfaengt zu schuetten sind wir in der Apfelstadt angekommen. In der Lodge, in der wir unterkommen werden Aepfel getrocknet, es wird Apfelsaft -wein, als auch Apfelbrandy hergestellt. Der Brandy schmeckt auch selbstgebraut - ungefaehr wie von euch Andi und Bernhard (man kann den Apfel erahnen ;) ).

Es geht wieder frueh auf und weiter mit den Deutschen in Richtung Tatopani. Die Landschaft geht wieder ins alpin-gemaessigte ueber. Auch heute wieder nicht auf der Strasse sonder auf der anderen Uferseite unterwegs. In einem kleinen Dorf gibt es hausgekochtes Dal Bhat in einer sehr urigen Atmosphaere (Handwaschen, Handessen, nur Dal und Reis und Nachschlag bis wir nicht mehr koennen.) Wir gehen bis der Regen wieder einsetzt, suchen uns eine Lodge, verabschieden uns von den Deutschen (wirklich nette Reisebegleiter bis hier - vielleicht trifft man sich in Pokhara wieder), die es eiliger haben nach Pokhara zu kommen als wir.

Wie man schon erahnt ist das Wetter nicht so toll, wie vor dem Pass, dafuer schneit es weit herunter. Wir hoffen auf weisse Berge in den naechsten Tagen.

Namaste, D & J



 

Donnerstag, 12. April 2012

Ueber den Thorong La

Wo waren wir stehengeblieben?
Ach ja, Manang. Nach einer Internetpause, gehts hinauf auf 4000m nach Yak Kagath. Hier bleiben wir in einem relativ gemuetlichen Guesthouse, mit super geheiztem Gemeinschaftsraum. Hier lernen wir Yves und seine spanische Freundin kennen, die sich in Indien kennen gelernt haben und jetzt gemeinsam die Annapurna gehen. Beide sind sehr nett. Yves koennen wir mit Antibiotika und Kohletabletten behilflich sein, da er Fieber und "naja, eh schon wissen" ....erei leidet. Abends bekommt Jakob etwas Kopfweh, was ICH auf den anstrengenden Tag und die Hitzte zurueckfuehre, David hingegen auf die Hoehe.

Am naechsten Tag eine kurze Etappe nach Thorong Phedi auf 4500m. Um 12 Uhr sind wir da und entdecken ein fast schon hypermodernes [ja es stellt sogar manche Alpenvereinshuette in den Schatten - auf MacPro wird Van Morrison bis Led Zeppelin alles gespielt] BaseCamp. Jetzt heisst es Zeit totschlagen, das ist aber mit Buechern, und der schon erwaehnten guten Musik gar nicht so schwer. Ueberraschenderweise werden wir von einem Nepalesen zu zwei Partien Schach herausgefordert. Es entwickeln sich zwei interessante Spiele, eines davon sogar dokumentiert. Hier treffen wir auch zum ersten Mal 4 Deutsche, 2 sprechen sogar Nepali und haben hier frueher mal ein Jahr gearbeitet.

3.45 Uhr Tagewache. "Im Fruehfrost zu Berge wir ziehen fallera!!!" Handschuche, Gamaschen ect. zahlen sich hier aus, denn vom BaseCamp weg stapfen wir durch Schnee. Beim Anstieg werden mehrere Grossgruppen ueberholt. Ab den HighCamp beginnt der Anstieg scheinbar endlos zu dauern. Jeder Hoehenmeter, der wieder abgestiegen werden muss, ist ein schlechter Hoehenmeter. Kurz, die Luft wird knapp. Nach 3,5 scheinbar endlosen Stunden, und einer kurzen Teepause auf 5065m haben wirs dann endlich geschafft. Schon beim Aufstieg hochalpines Flair und Panorama, ueberall Schnee. Geil!!! Wir stehen jetzt auf 5416m so hoch werden wir zu Fuss sobald nicht mehr kommen.
Der Abstieg von 1600 hm gestaltet sich anstrengender als gedacht. Aber wir bekommen wieder Luft. Auch die Umgebung veraendert sich drastisch. Wir finden uns in einer wuestenartigen Westerngegend wieder die von riesigen Bergen gesaeumt ist. Schon um 11.30 errreichen wir Muktinath. Auch hier wird der Tag noch lang, aber das ist gut, wir sind muede. Ausserdem gibts im Bob Marley Hotel real hot showers.

11.4.12. Heute gehts ueber Jhong einem alten tibetischen Klosterkomplex ueber eine atmosphaerische Staubstrasse nach Kagbeni. Den ganzen Tag mit den 4 Deutschen [Beni, Nina, Elena und Larissa] unterwegs, das ist sehr nett und lustig. Kagbeni ist ein mittelalterliches Dorf mit unheimlich viel Charme. Im YakDonald wird dann erst mal ein Yakburger verdrueckt und danach die Stadt besichtigt. Abends kommen wir im RedHouseHotel unter. Nach dem koestlichen Abendessen zeigt uns der Besitzer seinen eindeutig mystischen privaten Tempel, mit riesiger Buddhastatue und erzaehlt uns 2 Stunden lang ueber die hier sehr tibetische Kultur, Gesellschft und seine Aufgabe, diese Kultur auch in Zukunft zu erhalten. Sehr interessant, wie soll man sagen, einfach ein toller Abend.

So den Rest gibts dann wahrscheinlich morgen. Von Jomsom aus.

bis dahin alles Liebe, David und Jakob

Samstag, 7. April 2012

Von Chame nach Manang

Nach einem Tag mit mittelmaessigen Wetter, der aber eigentlich sehr gemuetlich war, gelangen wir nach Dhukur Phokari, wo wir uns von einem tuechtigen Geschaeftsmann ein Zimmer aufschwatzen lassen. Bisher sicher das grindigste, und leider auch keine Duschen. Der Mann ist aber sehr nett, wenn auch ein wenig gestresst. Am Abend gemuetliches zusammensetzen mit Franzosen und gutem Essen in einem geheizten und sehr gemuetlichen Raum. Ein sehr lustiger Abend.

Aufbruch ohne Fruehstueck, das goennen wir uns in Upper Pisang mit erstmals grandiosem Blick auf die Anapurna. WWWOOOOOOOOOOWWWWWWW. Hier lernen wir den Schotten Nathaniel kennen, den wir ab jetzt die quengelnde Mimose nennen. Nicht nur, das er viel zu raunzen hat, er weiss auch ganz genau wie viel was kosten darf und wie was zu geschehen hat. Wir folgen einem wunderschoenen Pfad 400 hm hinauf indas Dorf Ghyaru. Im Hintergrund immer weiss glaenzende Gipfel. Nach einer kraeftigen Suppe zu Mittag, gehts weiter nach Ngawal, wo wir im Kailash-Hotel uebernaechtigen. Kleine aber gemuetliche Zimmer in denen es jedoch wegen den locker gezimmerten Holzwaenden etwas zieht, genauso wie in der Dusche. Auch hier gibts eine warm geheizte (gusseisener Ofen) Stube und wurnderbares Essen.

Heute sind wir bis nach Manang gewandert, von wo wir gerade schreiben. Bisher wieder ein wunderschoener Tag. Der weitere Plan heute ist, bis nach Yak Kharka zu gehen, aber vielleicht machen wir auch frueher Halt.

Liebe Gruesse an alle

David und Jakob